Projekt Geschichtsparcours Obertshausen

Obertshausen verfügt wie viele andere Städte in Hessen über eine lange Geschichte. Seit der Entstehung ab dem 8. Jahrhundert haben Obertshausen und Hausen viele Gebäude und bedeutende Plätze kommen und gehen sehen. Leider mussten besonders in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg viele historische Gebäude modernen Bauten weichen. Besonders zu beklagen, ist hier der Verlust der beiden alten Mühlen in Hausen. Der ehemalige Rektor der Joseph-von Eichendorff-Schule und Heimatforscher Heinz Kahl hat diese Entwicklung, die leider bis heute anhält, sehr pointiert als „Modernisierungswahn“ bezeichnet. Plätze, wie der Dalles in Obertshausen oder der Marktplatz in Hausen wurden durch den stark zunehmenden Individualverkehr in ihrer Funktion als Treffpunkte für die Bevölkerung entwertet.

Nun möchte der Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen mit Unterstützung des Fachbereich Sport, Kultur und Bildung der Stadtverwaltung an insgesamt 27 historisch wichtigen Punkten im Stadtgebiet Hinweisschilder aufstellen. Mit dieser Beschilderung kann an die teilweise bereits verlorenen Stätten erinnert und an die noch bestehenden Punkte und deren Bedeutung besonders hingewiesen werden.

Möglich macht dies ein Projektkosten-Zuschuss der Stiftung Flughafen Frankfurt/Main. Davon sollen die Hinweisschilder sowie eine kleine Informationsbroschüre finanziert werden. Die Stadt Obertshausen unterstützt dieses Projekt finanziell, und wird das Aufstellen der Schilder übernehmen sowie dem Heimat- und Geschichtsverein mit Rat und Tat zur Seite stehen.

„Der Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen freut sich sehr, dass sein Förderantrag für das Projekt von der Stiftung Flughafen Frankfurt bewilligt wurden. Nun wird es für die Bürgerinnen und Bürger zukünftig möglich sein, die geschichtsträchtigen Orte unserer Heimatstadt ganz neu kennenzulernen. Auch für die Schulen tun sich dadurch viele neue Möglichkeiten auf, unsere Ortshistorie an die nächste Generation weiterzugeben. Es ist unser Wunsch, dass sich so die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger zu Ihrer Kleinstadt mit Herz vertieft und weiterwachsen wird.“, sagt Armin Paul, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen.

„Mit diesem Projekt erfolgt auch die Umsetzung eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung. Der Magistrat wurde beauftragt ein Konzept zu entwickeln, mit dem die Geschichte der Stadt im Stadtbild erfahrbar gemacht werden kann. Insbesondere wurde darum gebeten, die Schilder mit QR-Codes zu versehen“, erläutert Bürgermeister Manuel Friedrich.

Die App „Actionbound“ und die Anregung der Kinder- und Jugendförderung brachte die Idee diesen historischen Stadtrundgang auch multimedial aufzubereiten.

Diese Hinweisschilder sowie der digitale Stadtrundgang wären auch praktisches und schönes Unterrichtsmaterial für die Schüler in Obertshausen.


Fachwerkhaus, in dem die Gaststätte „Grüner Baum“ ansässig war. Das Alter dieses Gebäudes wurde auf „vor dem 30-jährigen Krieg“ datiert.

Fachwerkhaus an der Ecke Karl-Mayer-Str./Kirchstr.

Die Untermühle in Hausen, deren erste urkundliche Erwähnung in das 13. Jahrhundert zurückreicht. Der Hausaltar der Untermühle befindet sich heute im Werkstattmuseum.

Die Obermühle in Hausen. Erste urkundliche Erwähnung im 15. Jahrhundert war bis in die 1950er Jahre im Betrieb. Im flachen Anbau hatte Jakob Wolf, Firmeninhaber der YMOS AG, in den 1920er Jahren seine erste Werkstatt.

Die Fachwerkhäuser und die beiden Mühlen existieren heute leider nicht mehr.