3. April 2022

O04 – Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“

 

O04a – Das Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“

Informationen über das Werkstattmuseum „Karl-Mayer-Haus“ kann man über unsere Homepage abrufen.

Geschichte des Museums:

https://www.hgv-obertshausen.de/das-museum/

Virtueller Museumsrundgang:

https://www.hgv-obertshausen.de/das-museum/rundgang-start/

 

Symbolbild Werkstattmuseum

Symbolbild Werkstattmuseum

O04b – Grenzstein des Deutschen Ordens von 1730

Anfang November 1983 wurde im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße 448 im Bereich Tannenmühle bei Brückenbauarbeiten ein Grenzstein des Deutschen Ordens aus der Rodau geborgen. Veranlasst wurde dies im Einvernehmen mit dem Magistrat der Stadt Obertshausen durch Landwirt und Stadtrat Georg Rudolph. Er war über die mutmaßliche Lagerstätte und den einstigen Standort des Steines, den Jugendliche ausgegraben und in den Bach gerollt hatten, durch den Heimatforscher, Rektor i. R. Josef Seuffert, informiert. Die ersten Jahre nach seiner Bergung hat der Stein dann im städtischen Bauhof verbrachte. Als in den Jahren 1990 – 1992 das Werkstattmuseums neu entstand, sollte der Grenzstein im Versammlungsraum seine endgültige Bleibe finden. Daraus wurde allerdings nichts und so wurde der Stein für die nächsten Jahre im dortigen Schuppen eingelagert, bis er 2016 seinen heutigen Standort im Museumshof unter dem Birnbaum fand.

Es ist allerdings nicht der erste Stein, der in der Gemarkung Hausen gefunden wurde. Georg Rudoph hatte bereits vorher zwei auf seinem Grund stehende Grenzsteine geborgen. In einen Grenzstein meißelte er die Jahreszahl 1963, das Abschlussjahr der Hausener Flurbereinigung, ein und setzte ihn an die Einfahrt seines Anwesens „Wiesenhof“. Der zweite Grenzstein befindet sich heute in der Lämmerspieler Straße, und wurde dort in eine Hauswand vermauert. Im Jahr 1979 fand der Imkermeister Georg Olschewski einen weiteren Stein, der an der Gemarkungsgrenze Hausen-Weiskirchen lag. Er wird derzeit im Dreieichmuseum verwahrt.

Die Grenzsteine wurde nach einer Neuvermessung des Ordens im Jahr 1730 als Gütersteine gesetzt, um die Grenzen des Besitzes zu markieren. Der Stein ist 99 Zentimeter hoch, der bearbeitete Teil 41 Zentimeter. Die Erkennungszeichen – hier das Deutschordenkreuz mit den Buchstaben C und F für „Commende Frankfurt“ im oberen Teil, darunter die Jahreszahl der Arbeitsausführung 1730 – waren stets nach der Seite gerichtet, wo der Besitz lag.

Der Grenzstein Nr. 25 des Deutschen Ordens

Der Grenzstein Nr. 25 des Deutschen Ordens, Commende Frankfurt aus dem Jahr 1730 im Hof des Werkstattmuseums „Karl-Mayer-Haus“.

Der Deutsche Orden, auch Deutschherrenorden oder Deutschritterorden, wurde während des dritten Kreuzzugs um das Jahr 1190 bei der Belagerung von Akkon im heutigen nördlichen Israel gegründet und 1198 in den Stand eines Ritterordens erhoben. Nach der Zeit der Kreuzzüge eroberte der Deutsche Orden vor allem in Osteuropa und im Baltikum weite Gebiete. Er festigte so seine Macht und seinen politischen Einfluss – und damit war auch einiges an weltlichem Besitz verbunden.

Schon im 14. Jahrhundert besaß der Orden in Obertshausen und Hausen ansehnliche Wald-, Wiesen- und Ackerflächen. Dieses Gebiet wurde im Jahr 1730 neu vermessen und ausgesteint. Demnach bestand südöstlich von Hausen und Obertshausen zur Gemarkungsgrenze Weiskirchen hin ein ca. 35 Hektar großes Waldgebiet, das im Norden vom Bauerbach (ursprünglicher Lauf) begrenzt wird, im Süden über die Straße zur Tannenmühle hinausgeht und im Osten sich an Wiesen anschließt, in deren Mitte die Rodau in unzähligen Windungen verläuft. Dieses Gebiet wird Gräfenwald oder auch Gräbenwald genannt. Das heutige Naturschutzgebiet Gräbenwädchesfeld ist ein Teil dieses Gebiets. Das historische Deutschordenshaus im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen existiert nicht mehr, aber die aus dem Jahre 1269 stammende zugehörige Kirche ist bis heute die einzige historische Kirche in Frankfurt, die nicht der Stadt gehört.

Auf einer Karte des Gräfenwaldes sind alle Grenzsteine mit Nummern eingezeichnet. Sie wurde von Geometer Klein in den Jahren 1731 – 32 gezeichnet. Die Fundorte der Steine lässt vermuten, dass es sich bei dem Stein im Museumshof um die Nummer 25, bei dem Stein im Dreieichmuseum um die Nummer 23 und bei den Steinen von Georg Rudolph um die Nummern 27 und 35 handelt.